Die Geschichte der «Hugi-Distillerie»

Seit längerer Zeit bestand die Idee und der Wunsch neben dem Weinhandel, einen eigenen qualitativ hochwertigen Schnaps zu brennen und zum Verkauf anzubieten. Mit dem Umbau der Liegenschaft der Hugi Weine im Jahr 2014 eröffnete sich neue Möglichkeiten für zusätzliche Angebote.

Der erste Brennversuch war 2016 in der Brennerei Grogg in Altreu. Ein überalterter Wein wurde zu einem Weinbrand destilliert. Mit Hugo Grogg wurden über die Möglichkeiten gesprochen, wie man in den alten Räumen der Hugi Weine eine Brennanlage installieren könnte. Abklärungen bei der Eidgenössischen Zollverwaltung machten aber rasch klar, dass für das Vorhaben viele Bedingungen zu erfüllen waren. 

Umsetzung und Bürokratie

Nachdem die konkreten Pläne der Neu- und Umbauten um das alte Weinhaus der Hugi Weine mit neuem Zugang zum alten Keller vorlagen, konnte mit der Umsetzung begonnen werden. Als nächsten Schritt befassten wir uns intensiv mit den Leistungsmerkmalen und dem Äusseren einer Brennanlage. In dem Zusammenhang eigneten wir uns ein umfangreiches Grundwissen an.

Eine grosse Hürde gestaltete sich in der Erlangung einer Brennkonzession. Es wird unterschieden in Lohnbrennerei, landwirtschaftliche Brennerei und Gewerbebrennerei. Letzteres traf auf die Hugi Weine zu. Alle erdenklichen Ämter hatten ein Mitspracherecht und stellten Bedingungen. Ein wichtiges Kriterium war die Bedürfnisklausel. Bevor die Eidgenössische Zollverwaltung bereit war mit uns weitergehende Gespräche zu führen, waren wir im Vorfeld verpflichtet bei einer Lohnbrennerei mindestens 200 Liter 100 volumenprozentigen Alkohol als Bedürfnisnachweis zu brennen. Im April 2021 war es so weit. Wir brannten in der Brennerei Schwab in Oberwil 2200 Liter Wein zu Schnaps.

Brennanlage und Herstellungsverfahren

In die Evaluation der Brennanlage steckten wir viel Zeit und Energie. Leute aus meinem Umfeld und ich prüften verschiedene Systeme von mehreren Anbietern. Da wir hauptsächlich Wein brennen wollten, haben wir uns für eine Anlage ohne Verstärkerkolonne entschieden. Fündig wurden wir bei der Familie Schmidt aus Österreich. Die gewählte Premium Brennanlage ist wie geschaffen für ein Edeldestillat und besteht aus der Brennblase und dem Aromakugelhelm, aus Kupfer und handgeschmiedet, sowie einer Registerkühlung.

Beim Brennverfahren diente uns die Herstellung des berühmten Cognacs und des Whiskys als Vorbild. Entsprechend beschlossen wir die diskontinuierliche Destillation anzuwenden. Das bedeutet eine Destillation mit zwei Durchgängen. Beim ersten Durchgang wird ein Rohbrand mit rund 35%Vol. und beim zweiten ein Feinbrand mit etwa 73%Vol. gebrannt. Nach dem zweiten Durchgang wird der Feinbrand mit entmineralisiertem Wasser auf 56%Vol. herabgesetzt. Dieses Verfahren wird bei allen HUGINACs angewendet und ist Voraussetzung, um unsere aussergewöhnlichen, doppelgebrannten Edeldestillate zu erzeugen.

Am Wochenende vom 29. und 30. April 2022 feierten wir mit viele Interessierten Gästen den ofiziellen Start.